Urban Scapes

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Urban Scapes - Fotografische Stadterkundung von Emil Gruber

Eröffnung: Do, 10. September 2015, 18:30 Uhr
bis: einschl. 18. September 2015
geöffnet: Di - Fr 16:00 bis 19:00 Uhr; Sa 11:00 bis 14:00 Uhr; an Feiertagen geschlossen
Kunsthalle Graz, Conrad von Hötzendorfstraße 42a, 8010 Graz

Städte werden immer an zeitgenössische Anforderungen und Nutzungsmöglichkeiten angepasst. Vor allem der Wohnbau beziehungsweise die Kultur des Wohnbaus spielt hier wohl die gravierende Rolle. In vielen Großstädten ist steigender Bedarf an Wohnflächen zu verzeichnen und dem entsprechend betrifft ein Großteil des aktuellen Bauvolumens den Wohnbau. Die meisten Renderings auf den Bautafeln erscheinen allerdings austauschbar: einseitige Orientierung der Wohnungen, zurückgesetzte Staffelgeschoße, tiefe und nordseitig angelegte Balkone. Bebauungs- und Raumordnungspläne weisen zunehmend auf Verdichtung hin, was, neben anderen nachteiligen Effekten, in vielen Fällen den natürlichen Lichteinfall des anliegenden Altbestandes beschränkt.

Das Bild, das einer prosperierenden Boomtown entspricht, erweist sich auf den zweiten Blick als Potemkinsches Dorf: Von den Investoren zumeist als Anlegerwohnungen beworben, steht ein Großteil der neu errichteten Wohnbauten leer. Ein Grund dafür dürften zu hohe Kauf- und Mietpreise sein, die für die überwiegende Zahl der Wohnungssuchenden unerschwinglich sind. Dennoch werden – auch zulasten von Grün-, Frei- und öffentlichem Raum – weitere solcher Wohnbauten errichtet.
Bei aller Notwendigkeit von Raum- und Flächennutzung stellt sich die Frage nach der Effizienz solch innerstädtischer Verdichtung, entsprechend auch der These, dass Wohnqualität maßgeblich für die Befindlichkeit urbaner Gesellschaften ist. Öffentlicher und vormals öffentlicher Raum wird zusehends von wirtschaftlichen Interessen bestimmt, ebenso innerstädtische Gebiete, denen „Entwicklung“ anstelle von Sanierung bevorsteht, was inzwischen als Gentrifizierung oder sozioökonomischer Strukturwandel bezeichnet wird.



Emil Gruber lebt in Graz und ist als Journalist, Fotograf und Kurator tätig.
Seit Jahren wird von ihm der Wandel der Stadt dokumentiert. Er ist ein überzeugter Anhänger der Promenadologie, des reflexiven Spaziergangs als Instrument der Wahrnehmung.

Fotografische Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in Graz, London, Berlin, Dresden, Arles und Ljubljana.

Kuratierungen:
Los! – Texte und Fotos Berliner Jugendlicher, Archiv der Jugendkulturen Berlin 2009
Wo liegt Berlin? - Texte und Fotos von Berliner Jugendlichen , Archiv der Jugendkulturen Berlin 2010
Tarnschriften – Verborgene Information, Intro-Graz-Spection mit Landesbibliothek Stmk 2012-2013 (gemeinsam mit Wenzel Mraček)
Keep Smiling – Humor als Waffe, Intro-Graz-Spection mit Joanneum Graz 2014-2015
Risiko – Positionen des kulturellen Widerstands von 1900 bis heute, Landhaus Feuerlöscher Prenning 2015 (gemeinsam mit Günter Eisenhut)


in Kooperation mit HDA-Graz

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