Einschmiegen III

Einschmiegen III: Radikale Eingriffe -– Kunst mischt sich ein.
Ein Projekt von Erwin Stefanie Posarnig, 2013 - 2015
Gruppenausstellung

2015_Einschmiegen WEB.jpg

Eröffnung: Di, 24. November 2015, 18:30 Uhr
Kunsthalle Graz, Conrad von Hötzendorfstraße 42a, 8010 Graz
bis: 15.12.2015
geöffnet: Di - Fr 16:00 bis 19:00 Uhr; an Feiertagen geschlossen


schmiegen -– schmücken - schmuggeln

Erwin Stefanie Posarnig organisiert seit nunmehr drei Jahren unter dem Schlagwort „Einschmiegen“ nomadisch-parasitäre Kunstpräsentationen im In- und Ausland. Begonnen 2013 mit dem Motto „Kunst schmiegt sich ein / an“ im Flussbad Steinerne Wehr in Kaindorf an der Sulm und mit Interventionen in Graz, Wien und Venedig, wurde die Trilogie 2014 mit „sensiblen Eingriffen“ im Alpengarten Rannach, in Semriach und Berlin fortgesetzt und findet heuer unter dem Schlagwort „Radikale Eingriffe“ ihren Abschluss mit Präsentationen in Maribor, Belgrad, Wien und Graz.

Schmiegen leitet sich vom mittelhochdeutschen smiegen ab, was ursprünglich so viel wie „in etwas eng Umschließendes drücken“ bedeutet. Ein-schmiegen impliziert demnach das freiwillige Einpassen und Einfügen in eine derartig knappe Umgebung und zugleich das Abfinden mit dem räumlichen Korsett. Die nächsten germanischen Verwandten von schmiegen sind etymologisch betrachtet die Verben schmücken und schmuggeln. Dieses verbale Dreiergespann umfasst sehr treffend die künstlerische Strategie, die hinter dem Projekt „Einschmiegen“ steht: die subversive, künstlerische Intervention, die poetisch-transformative Infiltration, das befruchtende Eindringen der Kunst in Räume, die nicht zwingend dafür vorgesehen sind.

Posarnig hat 30 Künstlerinnen und Künstler, die aus der Steiermark kommen oder in einem gewissen Nahverhältnis zu diesem Bundesland stehen, eingeladen, aus, mit oder in einer handelsüblichen Überseekiste eine künstlerische Arbeit zu realisieren. Gemäß ihrer ökonomischen Anforderungen haben diese Transportkisten aus Holz eine standardisierte Form, normierte Maße (50 x 50 x 50 cm), eine optimierte Konstruktion und eine zertifizierte Ausführung. Jeder der beteiligten Künstler*innen hat somit den exakt gleichen Raum in der exakt gleichen Qualität zur Verfügung gestellt bekommen, nämlich 1/8 Kubikmeter, und die bedingungslose Freiheit, diesen Raum in welcher Form auch immer zu nutzen. Sie sollen sich in diese Kisten einschmiegen, sensibel oder radikal in sie eingreifen, sie auseinandernehmen oder überformen, sie transformieren oder in ihrer rohen Konstruktion belassen.

Roman Grabner, 2015

Teilnehmende Künstler*innen:
ONA B, Evamaria Schaller, Nicole Pruckermayer, Bred Downey USA, Max Frey, Rene Stessl, Sabina Hörtner, Porut Popenko, Herrmann Glettler, Jani Schwob, Becksteiner Wolfgang, Petra Varl, Christian Ruschitzka, Richard Klammer, Christian Eisenberger, Karin Frank
Ronald Kodritsch, Ina Loitzl, Claudia Nebel, Michael Petrowitsch, Michael Pinter, Luzyna Viale, Erwin Stefanie Posarnig, Arnold Reinisch, Werner Reiterer, Judith Rohrmoser, Markus Wilfling, Josef Wurm, Zweintopf, Karl Karner, G.R.A.M.